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Wildtierauffangstation geht in offiziellen Betrieb

Bei den Igeln sei es oft Parasitenbefall oder auch Unterernährung durch fehlende Insekten als Nahrung. Bei den Eichhörnchen oftmals Frakturen nach Stürzen aus Bäumen. Viele kleine Patienten betreut Tierärztin Susanne Mitlacher als Leiterin der Wildtierauffangstation im Umweltbildungszentrum (UBZ) Gut Leidenhausen.

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Igel sind meist drei bis vier Wochen in der Station. Danach werden sie an Privatleute zu Pflege gegeben oder ausgewildert. Foto: Göllnitz

Erstmals schon vor gut einem Jahr in einer Pressemeldung der Stadt Köln verkündet, die das Projekt auch finanziell fördert und das alleine in den ersten beiden Jahren mit 114.000 Euro, geht die Station nun in den offiziellen Betrieb über. Wobei die Belegungszahlen schon jetzt hoch seien, so UBZ-Geschäftsführer Robert Schallehn.

Aktuell werden 70 Tiere auf zwei Etagen betreut. Und das im ehemaligen Rinderstall des Gutes, der zeitweise auch als Wohnraum fungierte. Nun wird er sukzessive an die Anforderungen einer Wildtierauffangstation angepasst. Auch im Rahmen der Generalsanierung des Guts bis 2030, so Schallehn.

Unterstützt wird Tierärztin Susanne Mitlacher aktuell von zehn Personen, die ehrenamtlich Tiere versorgen, füttern, Käfige säubern und der Tierärztin anderweitig helfen. „Unser Ziel ist es, dass zwei bis drei Personen täglich da sind“, wünscht sich Mitlacher, die so auf weitere Ehrenamtliche hofft und selbst an fünf Tagen in der Woche vor Ort ist. Zu tun gibt es genug: Schon bevor die Station öffentlich bekannt wurde, seien erste Menschen aus Köln und dem Umland mit Tieren gekommen, sagt sie.

Auch Mähroboter oder Autos seien Gefahren für Tiere. Enten würden etwa öfter von Fahrzeugen erwischt, so Mitlacher. Auch Singvögel und Wasservögel werden betreut. Ein Fokus liege insgesamt besonders auf schützenswerten Arten, erklärt Robert Schallehn. Abgewiesen würde aber niemand. Dennoch sei schon jetzt klar, dass man irgendwann an Kapazitätsgrenzen stoßen werde. Wobei die Station an sich herausragende Perspektiven und Seltenheitswert in Deutschland habe. Als Zentrum wolle man zudem flankierende Informationsangebote für Menschen schaffen.

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Spenden sind willkommen: So schauen die gehäkelten Schutzhöhlen für Eichhörnchen aus. Foto: Göllnitz

Aktuell ist die Station an fünf Tagen in der Woche zwischen 11 und 18 Uhr zu erreichen – im Sommer soll das Angebot bis 22 Uhr ausgedehnt werden. Menschen, die verletzte Tiere auffinden, sollten sich vorab telefonisch melden. Jedoch sei nicht alles, was auf dem Boden liege, ein medizinischer Fall, erklärt Florian Distelrath von der unteren Naturschutzbehörde der Stadt Köln. Das weiß auch die Tierärztin: Es sei teilweise schwierig Menschen zu erklären, dass die Amsel auf der Wiese im Garten dort einfach sitzen gelassen werden sollte, sagt sie.

Neben Ehrenamtlichen sucht die Auffangstation auch noch eine Person für die dortige Stelle im Bundesfreiwilligendienst. Menschen, die gerne häkeln können zudem kleine Schutzhöhlen für Tiere wie Eichhörnchen herstellen und spenden. Kontaktaufnahmen sind per E-Mail an wildtierstation@gut-leidenhausen.de möglich. Die Rufnummer der Station für medizinische Fälle lautet 02203 1869359.

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