Donnerstag, 18. April 2024
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Neuer Chefarzt des Alexianer-Fachkrankenhauses

Der neue Chefarzt des Alexianer-Fachkrankenhauses Dr. Jens Kuhn und Geschäftsführer Peter Scharfe über die Versorgung junger Menschen mit psychischen Erkrankungen

„Wir sprechen von zwei völlig unterschiedlichen Versorgungssystemen“, erklärt Peter Scharfe, Regionalgeschäftsführer der Alexianer Köln. Stichtag sei der 18. Geburtstag. Aktuell gebe es bei der Behandlung psychisch erkrankter Menschen ein scharfes Schwert zwischen Erwachsenen und jungen Menschen.

Grund genug für die Kölner Alexianer, einen Leuchtturm zu setzen, wie es Scharfe nennt. Bereits vor zwei Jahren habe man eine Tagesklinik als Angebot für junge Menschen geschaffen. Dies am Standort Rodenkirchen. Am Standort Ensen gibt es zudem nun einen vollstätionären Bereich. Dieser wurde bereits vom neuen Ärztlichen Direktor und Chefarzt des Fachkrankenhauses mit auf den Weg gebracht.

Seit 1. Januar ist Dr. med. habil. Jens Kuhn im Amt. Vorher leitete der Facharzt für Neurologie, Nervenheilkunde, Psychiatrie und Psychotherapie die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Johanniter-Krankenhaus Oberhausen. „Ich habe schon immer eine starke Verbindung zu Köln gehabt“, erzählt Kuhn. Schule und Studium habe er hier verbracht. Zudem lebe er im Kölner Westen, sei immer ins Ruhrgebiet gependelt. Dort habe er viele Erfahrungen in einer herausfordernden Region gesammelt, so Kuhn.

Für die Alexianer wurde die Suche nach einem neuen Chefarzt nötig, nachdem der Vorgänger nach kurzer Zeit familiär bedingt ausschied. Schnell sei beim Auswahlverfahren klar geworden, dass Jens Kuhn der richtige Mann sei, berichtet Peter Scharfe. Kuhn indes lobt, dass er vor Ort bereits auf bestehende Strukturen zur Behandlung junger Menschen gestoßen sei.

Gerade diese seien in jüngster Zeit vielen Stressfaktoren ausgesetzt worden, so Kuhn. Corona, die Klimakrise. Diese Faktoren könnten dazu führen, dass sie sich plan- und ziellos in einer komplexen Welt fühlten. Eine Welt, die auch Angst machen könne, so Kuhn. Krankheitsbilder wie Autismus, ADHS oder auch der Konsum von Cannabis in jungem Alter, was psychische Erkrankungen antriggern könne, gehörten zu den zu behandelnden Fällen.

Wobei eine Lebenskrise nicht immer gleich eine psychische Erkrankung sein müsse, wie Peter Scharfe erklärt. Manchmal liege einfach Nachreifebedarf vor. Oder es fehle jemand, der die Person an die Hand nehme. Die Alexianer bieten dafür verschiedene Angebote und Anlaufstellen. Sowohl über Schulen, das Jobcenter und über das Jugendamt, als auch über eigene ambulante Stellen.

Gerade im jungen Alter sei Kontinuität wichtig, so Scharfe. Konzepte seien in Arbeit, um die Lücke um den 18. Geburtstag zu schließen. Dies, die Suchtmedizin und die Betreuung älterer Menschen mit psychischer Erkrankung seien auch ihm wichtige Felder, erklärt Chefarzt Jens Kuhn. „Die Alexianer als Arbeitgeber sind sehr reizvoll“, sagt er. Die Behandlung gehe dabei immer Hand in Hand. So etwa auch mit der Pflegedirektion des Fachkrankenhauses, berichtet der Mediziner.

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