StartLeben in PorzPorzAus für das Sonnenhaus?

Aus für das Sonnenhaus?

Entgegen anderer Pläne zu Beginn, hält die Immobiliengesellschaft GAG den Erhalt der Fassade des denkmalgeschützten Hauses in Porz-Mitte für zu teuer

Einst gehörte es einem jüdischen Metzger. Auch einen Frisör hat es beheimatet. Nun ist die Zukunft des um 1900 errichten Hauses offen. Auf Grund seiner Sonnenverzierungen in der Fassade wird das Eckhaus an der Haupt- und Poststraße umgangssprachlich gerne Sonnenhaus genannt. Seit 2019 ist es im Besitz der halb städtischen Immobiliengesellschaft GAG.

Diese hat auf dem Gelände hinter dem Haus inzwischen umfangreich Wohnraum errichtet. Vom Sonnenhaus sollte eigentlich, so die Pläne, die denkmalgeschützte Fassade erhalten werden. Nach Angaben der GAG lägen die Kosten dafür aber, nach neuerlicher Prüfung, bei rund sechs Millionen Euro. Die GAG hat so das marode und von Schimmel befallene Gebäude zum Verkauf angeboten. Aktuell geschieht die über eine Immobilienfirma und zum Preis von knapp 400.000 Euro.

Plänen, die Fassade dem Vorbild nach an einem Alternativbau nachzubilden, habe der Denkmalschutz nicht zugestimmt, so die GAG. Nun soll ein Käufer gefunden werden, der den Erhalt der Fassade umsetzen könne.

Und auch für den Fall, dass der Verkauf nicht gelingt, hat die GAG nach eigenen Angaben einen Alternativplan entwickelt: „Vorsorglich stellen wir bereits jetzt sowohl einen Antrag auf Löschung des Gebäudes aus der Denkmalliste als auch einen Antrag auf Abbruch“, so GAG-Vorständin Kathrin Möller.

An Stelle des verfallenen Eckhauses würde dann ein Neubau in der historischen Anmutung des Baudenkmals mit einer energieeffizienten Fassade entstehen. Ähnliches habe die GAG bereits in der Germaniasiedlung in Köln-Höhenberg und beim Herzhäuschen in Köln-Bickendorf praktiziert. „Für uns wäre das ein wirtschaftlich machbarer Weg, um diesen Ort im Porzer Zentrum ansehnlich zu gestalten“, so Möller. Sie denke, das ist das, was sich die Menschen in Porz wünschten.

Derweil hat die Porzer SPD das Thema auch in die Februar-Sitzung der Bezirksvertretung getragen. Diese verweist dabei auf den ursprünglichen Plan, die Fassade zu erhalten. Auch Anne Henk-Hollstein, für die CDU im Rat der Stadt, hätte sich nach eigenen Angaben gewünscht, informiert worden zu sein über die jüngsten Pläne. „Auf politischer Ebene und im Miteinander können Probleme oft gelöst werden“, so Henk-Hollstein. Sie hatte sich 2019 für den Verkauf des Grundstücks plus Sonnenhaus an die GAG stark gemacht.

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