Donnerstag, 18. April 2024
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Mehrere Buslinien jetzt im E-Betrieb

Die KVB haben den ersten Teil ihres neuen Bushofs an der Kaiserstraße eröffnet - und übt Kritik an wohl auslaufender Föderung des Bundes

Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) haben ihren neuen Elektro-Busbetriebshof Porz in Betrieb genommen. Über 100 Elektrobusse soll das Areal an der Kaiserstraße beherbergen. Nun ist die erste Baustufe abgeschlossen worden. Die KVB stellt so die Bus-Linien 160, 161, 162, 165 und 166 vom Dieselbusbetrieb auf den Betrieb mit E-Bussen um. Damit käme man dem Ziel des eigenen Programms „Smart City KVB“ einen bedeutenden Schritt näher, so das Unternehmen. Bis 2030 möchten die KVB ihren gesamten Busbetrieb auf alternative Antriebe umstellen.

Zur Eröffnung des Bushofs besuchte nun NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer zusammen mit Stefanie Haaks, Vorstandsvorsitzende der KVB, Ascan Egerer, Beigeordneter für Mobilität der Stadt Köln, und der Porzer Bezirksbürgermeisterin Sabine Stiller die Anlage.

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Vertreter aus Politik, Stadtverwaltung und von der KVB eröffneten den neuen Bushof. Foto: KVB

„Die KVB investiert in den neuen Eletkro-Busbetriebshof rund 35 Millionen Euro. Etwa 12,2 Millionen Euro hiervon steuert das Land NRW bei. Ohne diese Unterstützung könnten wir den Wandel hin zu alternativen Antrieben nicht bewältigen“, so Stefanie Haaks.

Durch den neuen Betriebshof schafft die KVB nach dem Bau der zweiten Stufe rund 350 Arbeitsplätze, darunter im Fahrdienst, in der Werkstatt und im Fahrdienstmanagement.

Gleichzeitig falle die Inbetriebnahme in eine Zeit, in der sich der Bund aus der finanziellen Förderung der Antriebswende im ÖPNV verabschieden wolle, so die KVB. Aufgrund der durch das Bundesverfassungsgericht festgestellten Verfassungswidrigkeit des Sondervermögens „Klimafond“ sei ein Fehlbedarf im Bundeshaushalt in Höhe von 60 Milliarden Euro entstanden. In dessen Folge der Bund angekündigt habe, die Hochlaufförderung zur Beschaffung von Bussen mit alternativen Antrieben auslaufen zu lassen, heißt es von Seiten der KVB.

„Ich erwarte, dass der Bund einen konstruktiven Ausweg findet und auch, dass die nächste Verkehrsministerkonferenz auf eine baldige Lösung drängt. Die Verkehrsunternehmen benötigen diese Fördermittel zur Erreichung der Klimaschutzziele. Klimaschutz ist eine volkswirtschaftliche Aufgabe und kann daher nicht ausschließlich auf die Unternehmen abgewälzt werden“, so Stefanie Haaks.

Der neue Elektro-Busbetriebshof der KVB umfasst ein 63.000 Quadratmeter große Areal und wurde auf dem ehemaligen Dielektra-Gelände, das nach der Unternehmensschließung rund 20 Jahre brach lag, gebaut. Neben den klassischen Abstellflächen umfasst der Elektro-Busbetriebshof auch die Ladeinfrastruktur für E-Busse, eine Werkstatt und eine Waschanlage sowie ein Fahrdienstgebäude. Zudem baut die Rheinische Netzgesellschaft (RNG) hier ein Umspannwerk.

Der KVB-Elektro-Busbetriebshof ist der erste reine E-Bus-Betriebshof in NRW. Parallel wolle man weiterhin Ladeinfrastruktur an Endhaltestellen im Stadtgebiet aufgebaut, so etwa aktuell an der Haltestelle „Porz Markt“, so die KVB. Zukünftig werde die Nachladung von E-Bussen auf der Strecke jedoch im Regelfall nicht mehr notwendig sein, da die Leistungsfähigkeit der Batterien inzwischen ausreichend groß sei.

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