Dienstag, 23. April 2024
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Bücherschränke sind keine Abfallentsorgungsboxen

Ehrenamtliche, die Bücherschränke betreuen, stellen fest, dass diese oftmals zweckentfremdet genutzt werden

Schulbücher, Studienbücher, Romane, die heute niemand mehr lesen mag, Werbematerial, CDs und vor allen Dingen verdreckte oder kaputte Bücher. All das gehöre nicht in öffentliche Bücherschränke, so Regine Neuleuf. Sie kümmert sich für den Ortsring Eil um den Bücherschrank am Pfarrer-Oermann-Platz. Oftmals merke sie, dass dieser zum Abladen großer Mengen an Büchern genutzt werde. „Die Bücherschränke sollen allen Freude machen und sind keine Abfallentsorgungsboxen“, so die Ehrenamtliche.

Mit ihren Beobachtungen ist Neuleuf nicht alleine. An mehreren Stellen im Stadtbezirk Porz stellen jene, die die Bücherschränke betreuen, ähnliches fest. „Die Idee ist es, an offenen Bücherschränken Bücher zu teilen – kostenfrei, anonym und jederzeit“, so Ina Philippsen-Schmidt.

Als Ehrenamtliche im Umweltbildungszentrum Gut Leidenhausen betreut sie den dortigen Bücherschrank im Portalshop. Dieser ist auf Grund seiner Lage freilich mehr im Blick als andere, die im öffentlichen Raum stehen. Am Pfarrer-Oermann-Platz haben Philippsen-Schmidt und Regine Neuleuf erst kürzlich eineinhalb Stunden lang den Schrank komplett aus- und umgeräumt. Dabei hätten sie fünf Waschkörbe voll nicht mehr brauchbarer Bücher entsorgen müssen, erzählen beide. Doch nur nach wenigen Tagen sei der Schrank wieder vollgepackt und unordentlich gewesen, so Neuleuf.

Ina Philippsen-Schmidt appelliert an die Nutzenden, nur Lesbares und Sauberes einzustellen. „Alles Übrige möge bitte jeder und jede selbst entsorgen: kleine Mengen in die blaue Tonne und große Mengen beim Wertstoffhof der Abfallwirtschaftsbetriebe“, so die ehrenamtlich Aktive. „Wenn alle wenige Regeln beherzigen, macht es Lesebegeisterten Freude, die Schränke zu nutzen. Und nur so haben die Ehrenamtlichen auch Lust und nehmen sich gerne Zeit, sich um die Schränke zu kümmern.“

Um etwas Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken, haben beide nun einen Infozettel zur Nutzung des Schranks am Pfarrer-Oermann-Platz angebracht.

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