StartLeben in PorzWahn / WahnheideLandesregierung plant zweiten Nationalpark in NRW

Landesregierung plant zweiten Nationalpark in NRW

Verschiedene Akteure im Stadtbezirk Porz hoffen auf den Zuschlag für die Wahner Heide

Gerade jetzt sei ein guter Moment, den Ring in den Kreis zu werfen, findet Dr. Joachim Bauer, Geschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Köln. „Bei uns geht es schon in die richtige Richtung.“ Die Grundstrukturen seien da, so Bauer. Auf ihnen könne aufgebaut werden.

Konkret gemeint ist die Bewerbung der Wahner Heide als Nationalpark. Im Kern mit Königsforst und Wahner Heide, ergänzt um etwa die Siegaue und den Lohmarer Wald, vielleicht sogar das Siebengebirge, so Robert Schallehn, Geschäftsführer des Umweltbildungszentrums Leidenhausen. Daher der gemeinsame Name „Südliche Heideterrasse“.

Sein Umweltbildungszentrum als eines von vier eingerichteten Heideportalen ist Teil jener von Bauer erwähnter Strukturen. Was in Sachen Bildung geboten werde, sei schon einmalig, findet auch Schallehn. Zudem gebe es mehr als 16 bestehende Naturschutzgebiete, drei sogenannte FFH-Gebiete, also spezielle Fauna-Flora-Habitat, zudem geschützte Arten, wie die Heidelerche oder den Wendehals.

Klar ist zudem: Die Landesregierung hat beschlossen einen, neben der Eifel, zweiten Nationalpark in NRW einzurichten. Vielleicht eine Hand voll weitere Bewerbungen gebe es, vermutet Schallehn. Ebenso seine Vermutung: Im kommenden Jahr könnte eine Entscheidung fallen. Danach folgten dann kommunale und politische Beschlüsse. Der gesamte Prozess solle vom Ministerium moderierend begleitet werden, so Schallehn.

Werde das insgesamt, mit dem optionalen Siebengebirge, rund 14.000 Hektar große Areal zum Nationalpark, dann könnten Wege besser ausgebaut und beschildert oder auch Ranger beschäftigt werden, so Schallehn. Der Eifel-Nationalpark bekomme rund 10 Millionen Euro an Mitteln vom Land.

Mit einer ähnlich fetten positiven Sache, wie Robert Schallehn es nennt, könne man in der südlichen Heideterrasse einiges tun für den Naturschutz. Steigender Tourismus könne zudem durch Ranger besser gelenkt werden, das Hotelgewerbe als positiven Effekt betreffen. Ohnehin erfülle das Areal viele der nötigen Kriterien der Weltnaturschutzorganisation IUCN sogar auch international als Nationalpark anerkannt zu werden, so Schallehn.

Ein Manko: Die Durchtrennung des Gebiets durch die A3. Aber auch hier sähen beide aber eine Lösung, findet Joachim Bauer. Mehr Grünbrücken neben den zwei aktuell gebauten etwa. „Die Chancen überwiegen das Negative“, so Bauer. „Es kann für die Region nur positiv sein.“

Neben der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und dem Umweltbildungszentrum hat auch das Bündnis Heideterrasse eine Bewerbung für die Heide abgegeben. Und klar ist auch dies: Trotz eines möglichen Status“ als Nationalpark dürften weiter Menschen die Gebiete betreten. Gebiete, die fast komplett in öffentlicher Hand seien, so Schallehn. Auch deshalb gebe es viel Akzeptanz in der Bevölkerung für das Vorhaben.

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