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Viele Gerüchte und kein Wasser

Achim Urmes und Jens Rigkenbrock vom Bundesforst zur Situation am Scheuermühlenteich

Zum dieser Tage wieder kein Wasser führenden unteren Scheuermühlenteich sind aktuell einige Gerüchte im Umlauf. Achim Urmes und Jens Rigkenbrock vom zuständig Eigentümer, dem Bundesforst, können mit einigen aufräumen. Ihnen sei nicht bekannt, dass das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt auf dem Areal bauen wolle und es absichtlich trocken lege, so die beiden. Auch drehe keiner am großen Rad, um das Wasser vom oberen Teich zurückzuhalten. Und der Flughafen zweige auch kein Wasser ab, so Urmes und Rigkenbrock.

„Wir können es nicht regnen lassen“, sagen beide in Hinblick auf fehlende Niederschläge. Im Winter, wenn der Teich wie im letzten Jahr wieder voll sei, hielten sich Verdunstung und Versickerung die Waage. Im Sommer gehe mehr Wasser verloren als hinzukomme. Der Boden des unteren Teichs, die sogenannte Sohle, sei im Vergleich zum oberen zu durchlässig.

Er persönlich, als Wasserfan, finde es auch schade, dass der Teich nicht immer da sei, so Urmes. „Die Situation hat sich verschlechtert. Und sie wird auch schlecht bleiben.“ Auch um dem, wenn auch langfristig, entgegenzuwirken, gebe es ein groß angelegtes Projekt, den Zufluss beider Teiche wiederzuvernässen. In einem Areal, in Nutzung der Bundeswehr und etwa zwei Kilometer Luftlinie von den beiden Teichen aus, sollen dazu Maßnahmen umgesetzt werden. Gerade liefen dazu letzte Abstimmungen mit Behörden, so Urmes.

Das Projekt habe aber freilich einen eher großen Zeithorizont und damit verzögerten möglichen Effekt auf die einst künstlich angelegten Scheuermühlenteiche. Beide Teiche sind Naturschutzgebiete. Der obere ist seit Jahren nicht begehbar und so etwas wertvoller als der untere – bezogen auf seinen Naturschutzwert, so Urmes. Wobei der untere durch seine temporäre Wasserführung an Wert gewonnen habe. Dass Wasser fehle sei ein bundesweites Problem, erklärt Jens Rigkenbrock. Generell habe man am Zufluss des oberen zum unteren Teich nichts geändert, so Urmes. Durch die Trockenjahre fungiere der dazwischen liegende Bruchwald wie ein Schwamm, berichtet Jens Rigkenbrock. Das Wasser komme unten gar nicht an. Generell müsse die Stadt als zuständige Behörde entscheiden, wie es mit dem Teich weitergehe, erklärt Urmes. Dass das Areal für Menschen geschlossen werde, das wolle niemand. Seit 1995 kümmert sich der Bürgerverein Wahn – Wahnheide – Lind per Null-Pacht-Vertrag um die Pflege. Dieser wiederum berichtet, dass die Stadt sich nicht zuständig fühle und so auch keine Gelder, etwa zur Sicherung der Verkehrssicherheit, beisteuere, so der Vorsitzende Gerhard Möller. Diese müsse der Verein stemmen.

Bundesforst und Bürgerverein hätten das Nötigste getan, um zu gewährleisten, dass plus Eigenverantwortung eines jeden Besuchenden, die Nutzung als Naherholungsgebiet gewährleistet sei, so Achim Urmes. Ob und wann der Teich wieder Wasser führt, scheint indes offen. Möglich sei sogar auch wieder ein Fall wie vor zwei Jahren, als das Wasser das Überlaufbecken und auch Teile des Parkplatzes erreichte, so Urmes.

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