StartSchulenOtto-Lilienthal-RealschuleGegen Rassismus und für sexuelle Toleranz

Gegen Rassismus und für sexuelle Toleranz

Nach ihrer jüngsten Projektwoche hat die Wahner Realschule gleich zwei Auszeichnungen gegen Diskriminierung entgegengenommen

„Er war bei uns Schüler. Und jetzt kennt ihr ihn bestimmt aus den Medien.“ Stephan Unnold-Hummel, Schulleiter der Wahner Otto-Lilienthal-Realschule, richtet das Wort an Schüler*innen, Lehrkräfte und Eltern, die zur Abschlussfeier der Projektwoche der Schule vorbeischauen.

Neben der Präsentation der Ergebnisse der ausgerufenen „Projektwoche bunte Schule“ gibt es auch zwei Auszeichnungen zu feiern. So ist die Wahner Realschule ab sofort eine offizielle „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Pate ist jener ehemalige Schüler, der jetzt hauptberuflich Schauspieler ist: Soufian El Mesaudi. Bekannt geworden vor allem als Hauptdarsteller der WDR-Reihe „Hype“.

„Es war sehr schön hier an der Schule. Sie lag damals direkt in meinem Block“, so El Mesaudi. „Ich habe 2017 meinen Abschluss gemacht und mich hier wohl gefühlt.“ Jetzt, in seiner Rolle als Pate, gibt er den Schüler*innen ein paar Ratschläge mit auf den Weg: „Habt ein gutes Leben. Konzentriert euch auf das Miteinander und auf eure Zukunft.“

Neben der Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, verliehen durch ein 1988 gegründetes und bundesweit aktives Netzwerk, trägt die Wahner Realschule zudem auch fortan den Titel „Schule der Vielfalt“. Dabei gehe es um die Akzeptanz von unterschiedlichen Lebensentwürfen und gegen sexuelle Diskriminierung, erklärt Frank G. Pohl, Landeskoordinator für Schule der Vielfalt der Fachberatungsstelle NRW.

Die Fachberatungsstelle sei relativ streng, so Pohl. Die ausgezeichneten Schulen, insgesamt 16 in Köln und 81 in NRW, müssten regelmäßig Bericht erstatten über Maßnahmen an der Schule. „Die Themen müssen im Schulprogramm verankert werden“, erklärt er. Auch die Lehrkräfte müssten schauen, dass das Thema nicht hinten runterfalle.

Die Lage habe sich verändert, stellt Pohl fest. „Es gibt auch Widerstände. So sei es schon vorgekommen, dass Regenbogenflaggen an Schulen zerstört worden seien. „Auch ihr seid verantwortlich, dass das anders hier ist“, so Pohl in Richtung der Wahner Schüler*innen. „Das Wort schwul, trans oder lesbisch als Schimpfwort zu benutzen sei nicht akzeptabel.“

„Unsere Schule lebt Vielfalt“, erklärt Schulleiter Stephan Unnold-Hummel. „Wir sind ganz viele mit unterschiedlichen Lebensformen, Kulturen und Sexualitäten.“ Mit den Auszeichnungen verpflichte man sich am Thema Vielfalt weiter zu arbeiten. (Lars Göllnitz – der Autor bei Instagram: @enqoozee)

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