StartLeben in PorzGremberghovenLokalpolitiker*innen zu Gast in der Grembox

Lokalpolitiker*innen zu Gast in der Grembox

 „Wir haben junge Leute hier, die auch schon eine Wahlbenachrichtigung bekommen haben,“ erzählt Karl Hilmes. Hilmes arbeitet als Sozialarbeiter im Jugendangebot Grembox in Gremberghoven. Ein Angebot, das eine Zielgruppe aus Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen der ersten Klasse und 18 bis 21 Jahren habe, so Kollegin Annabelle Marquardt.

Beide haben die Idee von Sozialraumkoordinator Jochen Schäfer aufgegriffen und umgesetzt. Ein offenes Treffen mit anwesenden aus lokaler Politik und Verwaltung. „Die Idee entstand 2023 auf der Berlin-Fahrt mit 50 Akteuren aus dem Sozialraum“, so Schäfer.

Ein Jahr später im Vorlauf zur Europawahl sind so Ina Philippsen-Schmidt von den Grünen, Nils Beuthert von der SPD und Anton Neuberger von der CDU, zudem Bezirksamtsleiter Guido Motter vor Ort. Und eine Runde an Jugendlichen, die auch ein paar Fragen mit im Gepäck haben. So etwa zum Wählen.

„Alle, die eine Wahlbenachrichtigung bekommen haben, sind 16 Jahre alt. Das ist neu und super. Bislang ging das Wählen in Europa nämlich erst ab 18“, so Lokalpolitikerin Philippsen-Schmidt, die von ihrem Vater einiges vom Zweiten Weltkrieg gehört habe. Ein Grund für sie, sich jetzt gegen extrem Rechts einzusetzen, wie sie sagt.

Nils Beuthert, jüngster Lokalpolitiker der Porzer Bezirksvertretung, erklärt den jungen Leuten indes die Vorteile von Europa: „Wenn ihr studieren wollt, dann ermöglicht euch Erasmus den Austausch in Europa“, so Beuthert. Anton Neuberger richtet den Fokus auf ein anderes Alltagsthema der Jugendlichen. So habe etwa die EU für genormte Stecker bei Handy-Ladekabeln gesorgt. Normung in der Wirtschaft sei ein wichtiges Thema, sagt er. Genauso wichtig, wie dass jedes Land gleichzeitig seine eigene Kultur habe.

Andere Themen, die die jungen Besucherinnen interessieren sind etwa auch ein kostengünstiges Ticket für Schülerinnen, Inflation oder auch die vor dem Neubau stehende Brücke über die A59 im Stadtteil. Mehr Staus könne man seitdem beobachten, so einer der Jugendlichen. Und auch seine Frage auf das Wahlrecht bei der Europawahl bekommt er beantwortet: „Man müsse eine bestimmte Zeit in der EU gemeldet sein“, erklärt Guido Motter.

Karl Hilmes und Annabelle Marquardt blicken derweil schon auf weitere, ähnliche Veranstaltungen: Vielleicht sei eine regelmäßige Talkrunde eine Idee, so Marquardt. In ihrem Alltag vor Ort stelle sie fest, dass Politik nicht so präsent sei. Ein Grund, die Themen der jungen Leute auch in die offene Jugendarbeit der Grembox zu bringen.

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