Die Trafostation steht inmitten des Areals. An einem Zuweg von der Lülsdorfer Straße aus, der als Erschließung eines möglichen Wohngebiets mit Einfamilienhäusern dienen sollte. Das war Anfang der 1980er Jahre. Nun ist eine Ersatztrafostation etwas weiter nördlich installiert worden. Die andere weicht. Grund sind Bauarbeiten auf dem Gelände.
Unter dem Titel „An der Mühle“ entstehen dort, wo bis in die 1960er Jahre Sand abgebaut wurde und später Hausmüll und Bauschutt entsorgt wurden, gleich zwei Neubauten. Ein sogenanntes Solitärgebäude mit Wohnungen, Bäcker und Café mit Außenbereich im Untergeschoss. Zudem ein Gebäuderiegel mit Discounter und öffentlich gefördertem Wohnraum und Wohnangeboten der Alexianer.
Das Soziale sei ihm und seiner Frau wichtig, erzählt Peter Brings, dessen Familiengesellschaft Aditon AG als Teil der Brings Gruppe aus Bornheim das Projekt umsetzt. Insgesamt rund 2.660 Quadratmeter Wohnfläche entstehen. 31 Wohnungen, meist mit einem oder zwei Zimmern, zudem 18 Appartements für Menschen mit körperlichen Einschränkungen.
Dabei ist die Historie des Projekts länger: Bereits 2014 hat es erste Gespräche, vermittelt über einen lokalen Architekten und die lokale Politik, gegeben, so Brings. Es folgten Bürgerbeteiligungen, zuvor schwierige Änderungen des Bebauungsplans, später dann komplexe Arbeiten, um den Baugrund herzurichten. Rund 500 Bodenproben, Kampfmittelsondierungen, dazu rund 500 mehrere Meter in den Boden eingebrachte Pfähle gehörten dazu, erzählt der Bauherr, dem die Beteiligten viel Beharrlichkeit und Durchhaltevermögen bescheinigen.

Die fehlende Nahversorgung in Langel sei früh ein Thema gewesen, so Brings. Der Discounter Aldi bezieht insgesamt 800 Quadratmeter Verkaufsfläche. Mit einem Angebot aus Frische und Produkten, wie man es kenne, so Harald Peters, Director Real Estate beim Discounter. Man bekenne sich mehr und mehr auch zu sogenannten mischgenutzten Immobilien, so Peters.
Für Bäckerei und angeschlossenes Café wurde Heisters gewonnen. Als Familienunternehmen habe man einen langen Bezug zum Stadtteil, so Prokurist Johannes Deimann. Sein Großvater habe die vor ein paar Jahren in Langel geschlossene Heisters-Filiale geführt. Nun soll es seine Produkte gleich doppelt geben: als regionaler Zulieferer von Aldi, zudem wieder mit eigener Filiale.
Für die nicht mehr maßgeblich in politischem Amt aktive Anne Henk-Hollstein, mit den Lokalpolitikerkollegen Dieter Redlin und Lutz Tempel schon früh aktiv am Projekt beteiligt, ist das Vorhaben das wohl dickste Brett, das es in ihrer Karriere zu bohren galt, wie sie sagt.
Geschäftsführer Peter Scharfe indes freut sich, dass seine Alexianer nun bald auch Langeler werden. Der Stadtteil sei schon lange faszinierend gewesen. Nun sollen Menschen mit Betreuungsbedarf vor Ort eine Heimat finden. Möglicherweise Menschen, die nicht jeden Tag ins pralle Leben eintauchten, wie er sagt. Die ruhige Lage und der Discounter direkt vor Ort würden da gut passen.

Ebenfalls auf dem Areal entstehen sollen Parkplätze zur Lülsdorfer Straße hin, zudem würden rund 50 Bäume gepflanzt, so Bauherr Peter Brings. Hinter dem Gebäuderiegel entsteht eine Aufenthaltsfläche mitsamt Spielplatz.
Während das Solitärgebäude im August als Rohbau abgenommen wurde, so soll das beim Gebäuderiegel ebenfalls noch 2026 folgen. Die Fertigstellung der gesamten Anlage sei für Anfang oder Mitte 2028 vorgesehen, so Brings. Er lobt das regionale Bauunternehmen für seine Arbeit und hofft auf keine weiteren Verzögerungen. Corona und auch die gestiegenen Preise durch die Ukraine-Invasion hätten sich bemerkbar gemacht, sagt er.
