StartLokalesFinkenbergVorher in Berlin, London und Wuppertal

Vorher in Berlin, London und Wuppertal

Finkenberg – Die Anfänge der Gemeinde reichen zurück ins Jahr 1960. Damals entschlossen sich einige der in Porz lebenden Mitglieder der Ehrenfelder Gemeinde, auch in ihrem Stadtbezirk eine solche zu starten. 1969 dann die offizielle Gründung als Freie Christengemeinde Porz. Damals wie heute ein Verein.

Einer, der von einem ehrenamtlichen Vorstand geführt wird. So auch in den vergangenen sieben Jahren. Allerdings in dieser Zeit ohne Pastorin. Das hat sich nun seit Mitte Mai geändert. Lucie Weber hat das Amt übernommen. Zuvor in Berlin, London und zuletzt in Wuppertal arbeitend und lebend, hat sie nun die Pastorinnen-Wohnung direkt im Gebäudekomplex der Gemeinde an der Theodor-Heuss-Straße 7 bezogen.

Neben einer Kollegin im Büro, die sich vor allem um die Finanzen kümmert, sei sie sozusagen die einzige Angestellte der Gemeinde, erzählt Lucie Weber. Entsprechend vielseitig seien ihre Aufgaben. Neben denen als Pastorin stünden auch IT-Fragen, Musikalisches, Organisatorisches oder Kommunikatives auf dem Zettel. „Die Burnout-Gefahr bei Pastoren ist sehr groß. Aber ich passe auf mich auf.“

Sie hätte auch nach Berlin gehen können, so Weber. Aber Finkenberg habe sie nicht mehr losgelassen. „Ich habe gedacht, das darf hier nicht vorbei sein“, sagt sie. „Hier wieder etwas zu entwickeln, macht Spaß.“ Auch wenn sie zugibt, etwas ungeduldig zu sein. Auf reichlich Potenzial kann die Pastorin dabei zurückgreifen: Große Räumlichkeiten auf zwei Ebenen stehen der Gemeinde zur Verfügung. Darunter ein Gottesdienstsaal, ein Café, zwei Küchen, ein Jugendsaal, eine Werkstatt und Büroräume, die gerade neu gestaltet werden. Zudem gibt es das angrenzende Wohnhaus mit acht Wohnungen, von denen Weber eine selbst bewohnt.

Diese Mieteinnahmen finanzierten vor allem die Gemeinde, sagt Weber. Hinzu kämen Spenden. Als Teil des bundesweit aktiven Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden, in der Weber auch ordiniert wurde, bezöge die Kirche keine Steuereinnahmen, so die Pastorin.

Sie wünscht sich, einen abendlichen Jugendtreff einzurichten. Das Café könne revitalisiert werden. Auch könnten Räume von anderen Interessierten angemietet werden, so Weber. Aktuell sind eine koreanische und eine türkische Gemeinde regelmäßig vor Ort.

Ihr sei wichtig, eine Kirche für alle zu bauen, so Weber, die selbst mit 15 Jahren zum Glauben gekommen sei, wie sie sagt. Vorher sei sie eher etwas ziellos gewesen. „Jeder darf zu uns kommen. Einen Kaffee trinken. Auch, wenn er oder sie im Gottesdienst nicht genau weiß, wann man aufstehen muss oder nicht“, so Weber.

Einst sei die Gemeinde groß gewesen. Konferenzen mit bis zu 200 Personen hätten stattgefunden. Nun kämen rund 30 zu den sonntäglichen Gottesdiensten, berichtet die Pastorin. Insgesamt sei der Trend aber steigend in freien Gemeinden. Voraussetzungen zum Mitmachen und Dabeisein gebe es keine. „Jeder, der da ist, will auch da sein“, so Weber. „Ich habe das Gefühl, die Menschen im Stadtteil sind überaus freundlich und hilfsbereit.“ Generell stelle sie fest, dass Gemeinschaft einen größeren Wert als jemals zuvor habe. „Wir brauchen Orte, wo die Menschen sein können, wie sie sind.“

In der Gemeinde wird geduzt. Und auch sie sei gut aufgenommen worden, freut sich Lucie Weber. Wir haben ganz viele Nationen hier. „Wie cool ist das. Vom Baby bis zur 92-jährigen Dame ist alles dabei.“ Gottesdienste finden in der Gemeinde sonntags ab 10:30 Uhr statt. Zudem gibt es weitere Angebote. https://fcg-koeln-porz.de

(Lars Göllnitz – der Autor bei Instagram: @enqoozee)

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