StartLokalesEnsen/WesthovenSchürreskarren voraus!

Schürreskarren voraus!

Ensen-Westhoven – 70 Jahre Rennen, neun selbst gebaute Karren und rund 150 Menschen, die jedes Jahr gemeinsam anpacken: „Es ist ein Zusammentreffen aus dem Ort“, so Organisator André Sielaff. Und vielleicht ist das Schürreskarrenrennen bald wieder Teil von noch mehr: „Nächstes Jahr wollen wir vielleicht die Kirmes im Ort aufleben lassen.“

1956 wurde das Schürreskarrenrennen erstmals veranstaltet. Einer der Gründer war damals aus dem Ort. André Sielaff ist seit vielen Jahren mit dabei. Heute gehört er zu den Organisatoren. Für ihn ist klar, warum die Veranstaltung nach sieben Jahrzehnten noch immer Menschen zusammenbringt: „Diese Tradition darf nicht untergehen.“

Neun Schürreskarren gehen in diesem Jahr an den Start. Jeder Karren wird selbst gebaut und gestaltet. „Wir wollen jedes Jahr etwas Neues machen und kreativ sein.“ Drei bis vier Wochenenden dauert die Vorbereitung. Zunächst werden Ideen gesammelt, dann wird gebaut, geschraubt und dekoriert. Das aktuelle Motto der Karre von Andŕe Silaff lautet „Zurück in die Zukunft“.

Was genau eine Schürreskarre ausmacht, zeigt sich beim Rennen besonders gut. Traditionell ist sie ein einrädriger Handkarren, der über zwei lange Griffe geführt wird. Das Rad trägt den Karren vorne, während die Fahrer ihn über Gewichtsverlagerung und die Griffe ausbalancieren. Beim Rennen kommt es deshalb auf Geschick und Koordination an. „Das Wippen, die Kurven und das Balancieren – das ist die Herausforderung.“ Zumindest früher, denn heute sind viele der in Ensen-Westhoven teilnehmenden Karren schon mit vier Rädern ausgestattet.

76575cf6eba59bf212b65ed9f09d9803595929cf
Gruppenfoto aller teilnehmenden Karren im Doppelort

Die Strecke führt durch Ensen und Westhoven und damit mitten durch den Ort. Ein wichtiger Bestandteil sind die sieben sogenannten „Tankstellen“. Sie sind Treffpunkte entlang der Strecke, an denen sich Teilnehmer und Zuschauer begegnen. „Es ist ein Zusammentreffen aus dem Ort.“ Vereine, wie die Bürgervereinigung Ensen-Westhoven, Freunde und Nachbarn kommen zusammen und sorgen für die notwendige Verpflegung entlang der Strecke.

Am Rheinkilometer 681 beginnt das Rennen, Ende ist am Engelshof. Ein Posaunenchor begleitet das Geschehen musikalisch. So entsteht eine besondere Atmosphäre: Die Karren rollen durch die Straßen, an den „Tankstellen“ wird angefeuert und gefeiert, und überall trifft man bekannte Gesichter.

Neben dem Rennen selbst steht auch die Kreativität im Mittelpunkt. „Die schönste Karre“ ist für viele Teilnehmer mindestens genauso wichtig wie die Geschwindigkeit. Alle neun Karren sind Unikate und werden passend zum jeweiligen Thema gestaltet.

Rund 150 Menschen sind an der Vorbereitung und Durchführung beteiligt. Das Rennen ist privat organisiert und lebt von der Unterstützung aus dem Ort. „Freunde, Nachbarn und ortsansässige Vereine – viele machen mit.“

Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

News

- Anzeige -