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Erstmals frisches Obst nach 100 Tagen

Für eine Langzeitstudie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt haben sich sechs Probanden auf eine besondere Mission begeben

Lind – Es war nicht das erste Mal. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat erneut eine Langzeitstudie mit Probanden für die Europäische Weltraumorganisation ESA abgehalten. Sechs Männer und Frauen haben mehr als drei Monate abgeschottet von der Außenwelt verbracht. 100 Tage lang mussten strenge Regeln einhalten und die Mitmachenden mit begrenzten Ressourcen einer Raumfahrtmission zurechtkommen. 100 Tage in einer beengten Umgebung, ohne Sonnenlicht, ohne Freunde und Familie. Der Titel der Studie „SOLIS100“.

Am 1. August um 9:13 Uhr öffneten sich nun die schweren Doppeltüren im „:envihab“, der luft- und raumfahrtmedizinischen Forschungsanlage des DLR. Zur Begrüßung gab es frisches Obst, Croissants und Kaffee. Das erste Mal nach 100 Tagen.

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Kein Handy, kein Außenkontakt. Während der Studie galten klare Regeln für die Probanden. Foto: Göllnitz

Die folgenden Tage hat die Crew weiterhin gemeinsam verbracht – allerdings außerhalb des „SOLIS100“-Moduls und mit deutlich weniger strikten Regeln. Familie und Freunde konnten zu Besuch kommen, das Essen konnte frei gewählt und private Mobilgeräte durften wieder genutzt werden.

Für das DLR ist auch diese Zeit Teil der Studie und richtet einen Schwerpunkt auf die Auswirkungen direkt nach dem Ende der Isolation. Zum 7. August dann kehrten die Crew-Mitglieder in ihre gewohnte Umgebung und in ihren Alltag zurück. 23 beteiligte Forschungsteams werten fortan die gewonnenen Daten aus.

Doch wofür das alles?

„Zukünftige Raumfahrtmissionen werden die Erdumlaufbahn verlassen und weit entfernte Ziele wie den Mond oder Mars im Blick haben. Da dies mit langen Missionszeiten unter begrenzten Ressourcen und weit weg vom gewohnten sozialen Umfeld einhergeht, ist es wichtig, Astronautinnen und Astronauten auf die psychologischen und körperlichen Herausforderungen vorzubereiten“, erklärt Dr. Anke Pagels-Kerp, Bereichsvorständin Raumfahrt des DLR.

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Nahrung wie für Astronaut*innen – Die Lebensmittelvorräte während der Studie. Foto: DLR

Die sechs Crew-Mitglieder wurden in einem aufwendigen Prozess ausgewählt: Sie mussten Voraussetzungen erfüllen, die auch für Astronaut*innen gelten. Mit dabei waren Mitglieder aus Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Polen und Portugal. Mit Fragebögen, Tests und ausführlichen Untersuchungen in einem Assessment-Center wurden die physische und psychische Eignung der Bewerbenden festgestellt.

„SOLIS100 ist eine Studie, die zum Ziel hat, eine Standardisierung herzustellen. Das heißt, wir möchten für zukünftige Studien vergleichbare Daten haben. Sie dienen als Basis, wenn man zum Beispiel Maßnahmen erforschen möchte, die einer Crew bei langen Missionen helfen“, so Dr. Amelie Therre, DLR-Leiterin von „SOLIS100“. (red.)

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