Es ist die letzte Sitzung der Porzer Bezirksvertretung (BV) vor der Sommerpause. Und gleich zu Beginn der gut dreistündigen Sitzung im Matthias-Chlasta-Saal im Bezirksrathaus wird über ein akut aufgekommenes Thema gesprochen. Die Streckentrennung der Stadtbahn-Linie 7, die auch auf den Stadtbezirk Porz Auswirkungen haben dürfte.
Ab Ende Juni und für neun Wochen fahren demnach keine Bahnen zwischen Deutzer Freiheit und Neumarkt. Ersatzbusse sollen Abhilfe schaffen. Zur letzten Bauphase soll der Verkehr der Linie 7 zwischen Zündorf und Deutz komplett eingestellt werden. In einer aktuellen Stunde sprachen die Lokalpolitiker*innen darüber, den sogenannten Inselbetrieb der Linie 7 zwischen Zündorf und Deutz in allen Phasen der Bauzeit aufrechtzuerhalten. Die Kosten der Linientrennung, von der auch die Linien 1 und 9 betroffen sind, sollen über Förderprogramme getragen werden. Die BV hat das Thema an die Verwaltung zur Bearbeitung weitergegeben.
Auch die Buslinie 423, die Gut Leidenhausen zumindest mit Halt in eine Fahrtrichtung erschließt, wurde besprochen. Diese soll zukünftig wieder eingestellt werden. Per einstimmig verabschiedetem Beschluss heißt es: „Die Bezirksvertretung Porz fordert den Rat der Stadt Köln auf, die bisherige Anbindung von Gut Leidenhausen nicht durch Einsparung der Linie 423 aufzugeben“. Die seit langem bestehende Beschlusslage sieht die Einrichtung der Haltestelle Gut Leidenhausen in beide Richtungen vor. Die BV fordert den Rat auf, sich bei Straßen.NRW zudem für den Aufbau der notwendigen Querungshilfe einzusetzen. Sei der Erhalt der Linie 423 nicht möglich, so sollten andere Maßnahmen geprüft werden. Etwa die kostenfreie Buchung eines Shuttle-Busses für Schulgruppen, Sonderverkehre an publikumsstarken Tagen oder auch die Umwandlung des Bedarfsverkehrs zum Rufbus 188.
Zu den Entwicklungsfortschritten im Zentrum von Porz-Mitte möchte die BV in der nächsten, der September-Sitzung, von der Verwaltung informiert werden. So etwa zum Wochenmarkt und seiner neuen Lage, zum Terminplan für den Abriss des Dechant-Scheben-Hauses oder auch zur Neupflasterung der Fußgängerzone. Zudem hat die BV beschlossen, fortan „Porz-Mitte“ wieder als ständigen Tagesordnungspunkt aufzuführen.

In Sachen baulicher Entwicklung des ehemaligen Stollwerck-Areals zum Logistik-Standort (Porz am Montag hat berichtet) beauftragt die BV die Stadt mit der Vorstellung eines Verkehrsgutachtens. So heißt es im Antrag unter anderem: „Wie gedenkt die Fachverwaltung bei einem rechnerisch ermittelten Verkehrsaufkommen von zusätzlich 1.150 Fahrzeugen am Tag, davon 480 LKW, und teilweise fehlenden oder zu schmalen Gehwegen insbesondere im Bereich zwischen Kölner Straße und Am Westhover Berg, die Sicherheit von Fußgänger*innen sicherzustellen?“
Weitere einstimmige Beschlüsse: Anton Neuberger von der CDU wird als Vertreter der Porzer BV für die Ratsperiode 2025 bis 2030 in den Kunstbeirat der Stadt Köln abgesandt. Seine Vertreterin ist Jutta Komorowski von der SPD. Der Spielplatz in der Andre-Citroën-Straße in Westhoven soll mit voraussichtlichen Gesamtkosten in Höhe von 226.000 Euro erneuert werden. Ebenso der Spielplatzes Gut Leidenhausen zu 318.000 Euro. Die Knotenpunkte Kopenhagener Straße/Ohmstraße, Bergerstraße/Ohmstraße und Kopenhagener Straße/Bergerstraße in Porz-Mitte sollen verkehrstechnisch neu gestaltet werden. Der Kunststoffrasen der Sportanlage „In der Gracht“ in Poll soll erneuert werden. Für den Pfarrer-Oermann-Platz in Eil soll das Aufstellen einer öffentlichen Toilette geprüft werden. Zudem soll der Bereich Börschgasse/Schmittgasse in Zündorf durch einen Zebrastreifen und eine Ausweitung der Tempo-30-Zone verkehrsberuhigt werden.