Ein erfrischendes Lüftchen geht inmitten des an dieser Stelle gut 350 Meter breiten Rheins. Und das an einem der bislang heißesten Tage des Jahres. Nicht nur deshalb ist ein Besuch an Bord der Fähre „Krokodil“, die zwischen Zündorf und Weiß verkehrt, begehrt. Auch deshalb, weil die Evangelische Kirche Porz an diesem Abend interessierten Paaren die Möglichkeit bietet, sich hier segnen oder gar kirchlich trauen zu lassen.
Das Angebot ist Teil der bundesweiten Aktion „Einfach heiraten“, die am 26. Juni 2026 ausgerichtet wird – auch zahlenmäßig ein besonderes Datum. Fabienne und Niklas nutzen die Chance. „Wir haben kurzfristig davon erfahren“, erzählt der 23-jährige Pilot Niklas. Er und seine Freundin, zwei Jahre jünger und Jura-Studentin, lassen ihre Beziehung segnen. „Es ist einfach eine schöne Überfahrt und ein Glücksbringer für unsere Beziehung“, so Niklas. „Schön gesagt“, ergänzt Fabienne.
Neben der Hinfahrt aus Zündorf ist auch die direkte Rückfahrt vom anderen linksrheinischen Ufer Teil der Fahrt. Zudem gibt es ein Polaroidfoto als Erinnerung und persönliche Worte für die Paare. Für Fabienne und Niklas von der ehemaligen Ensener Pfarrerin Ingrid Kibilka. Sie teilt sich die Fahrten mit Prädikant Reinhard Voppel und Pfarrer Peter Grafe.

Für die Aktion ist die Fähre eigens mit Sitzmöglichkeiten für die Paare, mit Fächern in Herzform und Blumen ausgestattet. Das Team des Fahrbetreibers sorgt für exklusive Fahrten. Dafür sei die Fähre extra von der Gemeinde angemietet worden, erklärt Presbyterin Sabine Foryta. Eigentlich die kleine, aber der Fährbetreiber hat dann doch die größere zum Einsatz gebracht.
Cornelia und Michael, beide in hellen Outfits gekleidet, lassen sich an Bord trauen. „Ich verspreche dir, das Leben mit dir lächelnd zu meistern. An den Hürden des Lebens zu reifen“, heißt es in den Worten, die Prädikant Reinhard Voppel spricht. Das Paar bejaht jeweils. Ein anderes Paar erneuert zwischen den Ufern ihre Trauung – passend auf den Tag genau zum 26. Juni vor 25 Jahren haben sie geheiratet.

Insgesamt ist der Andrang trotz der hohen Temperaturen groß. Schon eine halbe Stunde früher habe man daher begonnen, berichtet Sabine Foryta. Als Kirche müsse man schauen, am aktuellen Zeitgeist dran zu bleiben, findet sie. Die Aktion gehöre dazu.
Und auch für Pfarrerin Kibilka ist es ein besonderer Moment: „Ich hatte viele Sterne in meiner Karriere. Jetzt kommt ein weiterer dazu“, sagt sie und richtet sich an das nächste Paar.