Niemand möge Müll, finde ihn gar schön, so Silke Stegemann. Dennoch sei er vielerorts anzutreffen. Zusammen mit Ina Philipsen-Schmidt hat Stegemann, als Sprecherin des Grünen-Ortsverbands Porz, zum Müllgipfel geladen.
Mit dabei Akteure, die regelmäßig mit Vermüllung im öffentlichen Raum, Müllvermeidung oder Nachhaltigkeit zu tun haben. Im Bürgerzentrum Finkenberg treffen sich so etwa Jan Odenthal von der Initiative Zero Waste, Christian Stock, der sich mit seiner Organisation K.R.A.K.E. dem Müllsammeln verschrieben hat, zudem Robert Schallehn, Ratsmitglied und Geschäftsführer vom Umweltbildungszentrum Gut Leidenhausen, Sozialraumkoordinator und Fairstore-Geschäftsführer Jochen Schäfer, Jutta Ehrlich und Thomas Enzinger von den Abfallwirtschaftsbetrieben (AWB) und Regine Neulauf, die ehrenamtlich einen Bücherschrank in Eil betreut.
Das Thema Müllvermeidung sei nicht immer einfach, so Schallehn. Mal sei es Bundesaufgabe, mal könne die Kommune etwas tun. Christian Stock verweist auf die großen Mengen primären, also nicht durch Abrieb entstandenen Mikroplastiks im Rhein. Er wisse, wo es herkomme, könne aber die Verursacher freilich nicht dingfest machen. Auch für die AWB ein schwieriges Unterfangen, wie Thomas Enzinger erklärt. Die Verursachenden müssten auf frischer Tat ertappt werden. Nicht von den AWB, sondern vom Ordnungsamt.
Beim achtlose Wegwerfen einer Zigarette könne in schweren Fällen eine Strafe von 150 Euro drohen. Das Manko: Er habe noch nie jemanden dafür zahlen sehen, so Stock.
Fast schon als Fazit könne man sagen, dass vor allem Umweltbildung ein wichtiger Faktor sei, so Stegemann. Die AWB, gerade 25 Jahre alt geworden, hätten dafür sieben Personen im Einsatz, so Enzinger.
Ebenfalls erwähnt in der Diskussionsrunde mit Publikumsfragen wird die Müll-Melde-App „Sag’s uns“ oder die Möglichkeit, Müll kostenfrei abholen zu lassen oder ihn in eines der beiden Kölner Wertstoffzentren zu bringen – eines davon in Gremberghoven und damit im Stadtbezirk Porz. „Sind zwei Wertstoffzentren genug für Köln?“ Thomas Enzinger antwortet mit einem direkten „Nein“.
Auch im Bezirksrathaus in Porz-Mitte könne Müll in kleinen Mengen, auch Kleingeräte, abgegeben werden. Dort seien spezielle Boxen, so Anita Mirche vom Bürgerverein Porz-Mitte bei einer Meldung aus dem Publikum. Sie wünscht sich, dass es ein Schulfach Umweltschutz und Müllvermeidung gebe.
Weitere Themen der Runde: Second-Hand-Angebote wie der Fairstore in Porz-Mitte, Büchertausch über Bücherschränke oder auch die Möglichkeit, Einwegverpackungen durch ein Mehrwegsystem bei kulinarischen Mitnahmeprodukten zu reduzieren. Ähnliches gebe es bereits etwa in Tübingen, so Robert Schallehn.