„Wir waren so die ausgemachten Spinner vor Ort“, so Hermann Menke, Gründungsmitglied und erster Vorsitzender des Vereins, der das Bürgerzentrum Engelshof an der Oberstraße als Träger führt. Zu jener Zeit, 1975, als er und ein paar Mitstreitende mehr als nur ein zum Abriss geweihtes Bauwerk im ehemaligen Gutshof sahen. Sie wollten den Engelshof erhalten – anders als damals die Stadt Köln.
„Die Dächer hatten große Löcher. Die Fenster waren vernagelt. Wir wollten das nicht hinnehmen“, erinnert sich Menke. Am 23. Mai 1976 war der nötige Trägerverein gegründet. Die Übernahme der Trägerschaft war den Aktiven wichtig. Schon immer sei es das Ziel gewesen, einen Ort zur Begegnung für alle Menschen zu schaffen, so der Vorsitzende. Für alle Kulturen, alle Schichten, wie er sagt.

Die Umsetzung gelang in Schritten. 2005 habe man nach dem Haupthaus auch den Saal übernehmen können, so Menke. Immer habe man viel in Eigenregie umgesetzt. Immer sind Projekte auch eine Frage der Finanzierung. So auch beim aktuell eher als Lager genutzten Melkerhaus. Über Gelder der NRW-Stiftung soll es hergerichtet werden.
Während er in Sachen neuer Aktiver, die sich engagierten, positiv in die Zukunft schaue, so habe er „Angst, dass sich politisch etwas ändert“, erklärt Hermann Menke. Die Stadt könnte Gelder kürzen. Bürgerzentren seien eine freiwillige Leistung. „Wir müssen noch stärker unsere finanzielle Unabhängigkeit ausbauen“, so Menke auf der Bühne im großen Saal.
Hier finden nicht nur regelmäßig kulturelle und politisch-demokratische Veranstaltungen statt, auch der Trägerverein hat hier jüngst seine Festveranstaltung zu 50 Jahren Engelshof abgehalten. Charmant und pointenreich moderiert von Kabarettist Martin Zingsheim und mit Grußworten, Musik und Gesprächsrunden. Wenn er alle im Engelshof angebotenen Fitnessangebote wahrnehmen würde, sei er ein sehr fitter Mensch, scherzt Zingsheim.

Bernd Wilhelm, bis 2008 Pächter des Cafés im Engelshof, erinnert daran, dass der Ort der Gastronomie im Haupthaus einst „Werkstatt und Klütenkeller“ gewesen sei. Man sehe, was werden könne, wenn Menschen sich engagierten, sagt er. „Wenn wir vor 50 Jahren Treffen planten, musste jemand vorher herkommen, um den Ofen vorzuheizen“, erinnert sich Hermann Menke. An Kölns Bürgermeisterin Maria Helmis-Arend richtet er ergänzend auf der Bühne: „Jetzt sind wir angekommen.“ Helmis-Arend hatte ihm zuvor eine offizielle Urkunde der Stadt Köln als Anerkennung für die Tätigkeiten im ehemaligen Gutshof überreicht.
