Die Fachstelle gegen Antisemitismus im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln hat für das Jahr 2025 insgesamt 321 antisemitische Vorfälle im Kölner Stadtgebiet verzeichnet. Dies entspreche, so die Stelle, einem Anstieg von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Seit Beginn der systematischen Erfassung im Jahr 2020 habe man nun im fünften Jahr in Folge einen Höchststand antisemitischer Vorfälle in Köln gemessen. 50 Prozent der Vorfälle wurden dabei in der Kölner Innenstadt gemeldet. 70 in Ehrenfeld. Vier waren es 2025 im Stadtbezirk Porz.
Im Bericht werden unter anderem Übergriffe auf Spieler des jüdischen Fußballvereins Makkabi Köln sowie auf einen Journalisten am Rande einer israelfeindlichen Demonstration geschildert. Die meisten Fälle, so der Bericht, geschehen auf der Straße oder an Gedenkorten. Ungeachtet steigender Gewalttaten handele es sich bei der Mehrheit der 2025 dokumentierten Vorfälle weiterhin jedoch um Sachverhalte wie verbale Anfeindungen, Schmierereien oder Äußerungen auf Demonstrationen, so die Fachstelle.
„Die steigende Zahl antisemitischer Vorfälle in Köln ist für unsere Gemeinde deutlich spürbar“, so Dr. Oren Osterer, Geschäftsführer der Synagogen-Gemeinde Köln. „Etwa die zahlreichen im Jahresbericht dokumentierten antisemitischen Schmierereien im Rathenauviertel und damit in unmittelbarer Umgebung unserer Synagoge in der Roonstraße. Besonders besorgt uns die Entwicklung an Schulen, aus denen vermehrt antisemitische Übergriffe und verbale Attacken berichtet werden“, so Osterer weiter.
Insgesamt waren 2025 mindestens 225 Menschen in Köln direkt von antisemitischen Taten oder Äußerungen betroffen. In 35 Prozent der 2025 dokumentierten Vorfälle handelte es sich um eine Straftat. Gleichzeitig sei aber nur für insgesamt 18 Prozent der Fälle bekannt, dass Strafanzeige bei der Polizei erstattet wurde, so der Bericht. (red.)