Durch Zufall hatten Aktive der Bürgervereinigung Ensen-Westhoven den historischen Stein 2019 im wilden Wuchs nahe des Leinpfads am Rhein-Ufer aufgespürt. Den im Boden befestigten sogenannten „Myriameterstein Nr. 51“. Myriametersteine sind Vermessungsmarken. Alle zehntausend Meter wurden sie einst rechts und links des Rheins zwischen Basel und Rotterdam angebracht.

„Die Bürgervereinigung Ensen-Westhoven hatte den 1867 aufgestellten Myriameterstein wiederentdeckt und freigelegt“, erzählt Jörg Pfennig, der selbst aktiv mit dabei war. Der Stein mit Entfernungsangaben nach Rotterdam zur damaligen Landesgrenze und mit Höhenangabe zur Lage des Standorts über dem Meeresspiegel sei 2020 vom Amt für Denkmalsschutz und Denkmalpflege in die Liste der Kölner geschützten Denkmäler aufgenommen worden, so Pfennig weiter. Nachdem der Stein freigelegt wurde und seitdem öffentlich sichtbar vom an ihm entlangführenden Leinpfad aus ist, hat die Bürgervereinigung eine Hinweistafel angebracht. Sie erläutert die Bedeutung des Steins. Fotos ersparen dem Betrachtenden den steilen Weg hoch zum höher liegenden Denkmal. Nun ist die Tafel von Unbekannten Mitte Mai verunstaltet worden. „Die aus Metall gefertigte Hinweistafel wurde mutwillig beschädigt“, ärgert sich Pfennig. Es sei nicht das erste Mal, dass die Hinweistafel Gegenstand von Beschädigung geworden sei, sagt er. Wenige Tage nach ihrer Aufstellung im Jahr 2020 sei die erste Ausgabe der Tafel bereits gestohlen worden. „Möglicherweise aus anderen Motiven als die neuerliche Beschädigung“, so Jörg Pfennig. Er beobachtete, sagt er, dass am Ensener und Westhovener Leinpfad die Hinweistafel sowie Wände und besonders die weißen Rhein-Kilometrierungssteine sehr häufig mit Spray beschmiert würden. Gleichzeitig verspricht er, dass die Bürgervereinigung die Tafel kurzfristig wieder instand setzen werde. (red./Lars Göllnitz)
