StartLokalesFinkenbergEin sicherer Raum für auch schwere Themen

Ein sicherer Raum für auch schwere Themen

„Wir müssen immer cooler sein als TikTok“, so Hannah Herbst vom Jugendzentrum OT Arche Nova. Dann, wenn es darum gehe, junge Mädchen und Frauen für die Angebote im Haus zu begeistern. Seien diese dann vor Ort, so gehe es schnell auch thematisch „ans Eingemachte“, wie es die Leiterin der Einrichtung, Bianca Rilinger, nennt.

Gewalt, das Leben zwischen den Kulturen, Berufsberatung oder auch Empowerment gehörten dazu, sagt sie. Besonders auch für die ab achtzehnjährigen jungen Frauen, die die OT aufsuchten. Keine Frage, dass dazu ausreichend Personal nötig sei. „Wir arbeiten immer mit dem Vier-Augen-Prinzip“, erklärt die Leiterin. Konkret bedeutet dies: Ist eine der ausgebildeten Pädagoginnen im Einzelgespräch, kümmert sich die andere um die anderen vor Ort. Seit Dezember 2025 hat die OT ihre Angebote für junge Frauen und Mädchen ausgebaut. Hannah Herbst und Kollegin Amelie Kranz setzen sie maßgeblich um.

Für bestimmte Angebote bringen sie die Teilnehmenden dazu auch nach dem Programm nach Hause. Holen Sie sie zuvor ab. Möglichst niedrigschwellig müssten die Angebote sein, so Herbst. Zudem müssten sich auch die Eltern damit wohlfühlen, dass ihre Töchter in der OT sind. Hier möchten die Akteure ihnen einen sicheren Raum geben. Es gibt auf Wunsch montags Einzelberatungen, die allen offenstehen, zudem offene Gruppenangebote. Die Teilnehmenden bringen ihre Wünsche ein. Bei spezifischen Fällen gibt es weiterführende Vermittlungen zu Beratungsangeboten – so geschehen jüngst beim Fall einer anstehenden Zwangsverheiratung, berichtet Bianca Rilinger.

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Hannah Herbst und Amelie Kranz (r.) führen in der OT Arche Nova die Angebote für junge Mädchen und Frauen durch. Foto: Göllnitz

Rund ein Drittel der Zielgruppe sei inzwischen weiblich, so Rilinger. Nicht nur ein Meilenstein, sondern auch wichtig, weil die Wünsche der Mädchen und jungen Frauen sonst im Alltag der offenen Kinder- und Jugendarbeit oftmals untergingen, sagt sie. Dabei sei die Arbeit der OT aus staatlicher Sicht generell eher eine Kann-Leistung, so Rilinger. Alle Angebote im Haus sind für die Teilnehmenden kostenfrei. Vielfach sei man so auf Spenden und Förderer angewiesen.
So auch bei der Mädchenprojektarbeit. Für ein Jahr sichert nun eine große Spende der rein weiblichen Karnevalsgesellschaft Colombina Colonia den Fortbestand – vermittelt über das Engagement des Bürgervereins Porz-Mitte. Wie es danach weitergeht, ist zunächst offen. Anita Mirche vom Bürgerverein hofft auf eine Anschlussfinanzierung durch die KG. Auch zur Planungssicherheit für die OT, wie sie sagt.

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