Knackpunkt war vor allem auch diese eine Szene Mitte der zweiten Halbzeit: Halb links zieht der schnelle Offensivspieler des TuS Königsdorf am erfahrenen Porzer Innenverteidiger André Rosteck vorbei in den Sechzehnmeterraum. Der Kapitän der ersten Mannschaft der Sportvereinigung weiß sich nur mit einem Bauchumklammern zu helfen. Elfmeter für die ganz in Blau gekleideten Königsdorfer aus der Stadt Frechen. Der während des gesamten Spiels starke Noah Can Kurmali nutzt die Chance zum Führungstreffer für seinen Club. Der Porzer Keeper Kevin Bachem ist mit beiden Händen am Ball, kann das Tor aber nicht verhindern.
Danach muss der Porzer Coach Jonas Wendt umstellen. Benjamin Winnersbach wird eingewechselt und übernimmt Rostecks Postern in der Defensive. Dem Porzer Spiel tut der Rückstand nicht gut. Dabei ging es für die Rothosen mit einem Einstand nach Maß los. Bereits in der ersten Minute erzielte Luca Fünfzig mit seinem zweiten Saisontor den Führungstreffer. Aber nur eine Minute später glich Goga Khvedelidze per Kopf aus. Nach Rückstand und Unterzahl fehlten den Porzern dann die Mittel. Nur eine nennenswerte Torchance gab es in der zweiten Hälfte per knapp am Tor vorbeigehendem Flachschuss. Königsdorf nutzte die Überzahl clever und erhöhte letztlich auf 1:3. Dabei waren die Erwartungen der Sportvereinigung vor dem Spiel groß. Von einem Sechs-Punkte-Spiel gegen den Tabellennachbarn war von Seiten des Königsdorfer Chefcoachs Takahito Ohno die Rede. Nach dem Aufeinandertreffen trennen Porz und Königsdorf auf den Plätzen zwölf und zehn nun ganze acht Punkte.

Für den Porzer Trainer und sein Team dürfte so das eingetreten sein, was Jonas Wendt prophezeite: „Das ist ein extrem wichtiges Spiel für uns, auch für die Grundstimmung. Wenn wir erneut verlieren, müssen wir ehrlich sein: Dann stecken wir in einer Krise“, hatte er vor dem Spiel fupa.net gegenüber gesagt. Zwar hat die Sportvereinigung noch sechs Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, wo aktuell der SF Düren mit vierzehn Punkten rangiert, der Trend geht allerdings nach unten.
Vor der Saison mussten die Porzer den Abgang von Rekordtorschütze Soufian Amaadacho verkraften. Er hatte in der abgelaufenen Spielzeit 17 Tore geschossen – etwa ein Drittel der Gesamttorausbeute der Porzer. Zudem hat der langjährige Vereinsvorsitzende Peter Dicke im Oktober 2025 sein Amt nach vielen Jahren als Jugendleiter und Jugendgeschäftsführer und zuletzt anderthalb Jahrzehnten an der Vereinsspitze aufgegeben. Er wolle sich mehr um Beruf und Familie kümmern, so Dicke damals.
2023 ist die erste Mannschaft der Sportvereinigung mit Trainer Wendt in die Mittelrheinliga aufgestiegen. Die Liga ist die höchste Spielklasse des Fußballverbands Mittelrhein und die aktuell fünfthöchste Ebene im deutschen Ligasystem. Wendt gab vor der Spielzeit bereits frühzeitig den Klassenerhalt als schwieriges, aber machbares Ziel aus. Um den zu bewerkstelligen, bleiben den Rothosen nun noch neun Spiele.