StartBildungSchulenAufsteigend in rund 36.000 Meter Höhe

Aufsteigend in rund 36.000 Meter Höhe

Kurz vor dem Start, am Boden festgehalten von zwei Schülerinnen, hat der Ballon einen Durchmesser von zwei Metern. Je höher er steige, umso mehr ändere sich das, erklärt Mathe- und Physiklehrer Markus Rechmann. Fünf Meter pro Sekunde steige der mit Gas befüllte Naturkautschukballon. Auf einer Höhe von rund 36.000 Metern sei der Druck dann so gering, dass sich der Ballon auf zwanzig Meter im Durchmesser ausdehne und letztlich platze. Per kleinem, roten Rettungsschirm geht es dann wieder in Richtung Boden. Zum zweiten Mal hat eine AG des Lessing-Gymnasiums einen solchen Ballon, ausgestattet mit einer Messsonde, in den Himmel steigen lassen. Beide Male unter der Regie von Lehrer Rechmann und umgesetzt von Schülerinnen der neunten und zehnten Klassen – darunter sieben Jungs und 23 Schülerinnen. Neu diesmal: Austauschgäste aus der italienischen Toskana sind mit dabei. Derartige Projekte würden die MINT-, also die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer an der Schule noch attraktiver machen, so der Lehrer.

Neu ebenfalls in diesem Jahr: Das Unternehmen „Rohde und Schwarz“ hat bei der Funktechnik mitgeholfen. Per eigens dafür umprogrammiertem Sender und Antennen auf dem Schuldach könnten alle in Echtzeit den Flug des Ballons verfolgen, so Kilian Metzger. Er ist Auszubildender im zweiten Lehrjahr im Unternehmen und hat das Team der Schule unterstützt. Nach dem ruhigen Start auf dem Sportplatz der Schule, in Anwesenheit vieler Schülerinnen, geht der Flug für Ballon und Sonde zunächst in südliche Richtung über Langel. Per Berechnung solle der Ballon in der Eifel, vielleicht in Luxemburg, niedergehen, so ein Schüler. Ein Bergungsteam hat sich direkt nach dem Start auf den Weg gemacht.

Vor Ort können dann auch SD-Speicherkarten gesichert werden, die den gesamten Flug filmen. Zudem sind Messgeräte für Luftdruck, Luftfeuchtigkeit und Temperatur an Bord. Letztere sinke beim Flug auf bis zu minus 80 Grad Celsius, so Lehrer Rechmann. Ein weiteres Experiment löse auch erst in entsprechender Höhe aus. Bei passendem Luftdruck werde automatisch eine bunte Flüssigkeit freigegeben, die in einen Auffangbehälter fließe. Auch das könne im Nachgang per Videoaufzeichnung ausgewertet werden, erklärt Rechmann.

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