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Ähnliche Botschaft, der Rahmen moderner

Für die Aufführung im Lessing-Gymnasium habe man das erstmals im Dezember 1911 in Berlin aufgeführte Stück etwas in die Gegenwart gebracht, erzählt Lehrerin Sabine Ernst. So gebe es etwa, anders als im Original, gleich vier Jedermänner. Darunter auch drei weibliche.

Mit 35 Schüler*innen des Oberstufen-Literaturkurses inszeniert Ernst zusammen mit Kollegin Britta Wölfer das Stück des Jedermanns, der mit dem Tod konfrontiert seinen Reichtum neu betrachtet. Transportiert ins Heute und auf ein fahrendes Schiff, tauchen so im Stück auch ETFs und Sätze wie „Gesundheit ist der neue Götze, Jedermann“, auf.

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Foto: Göllnitz

Dass der jeweilige Q1-Literaturkurs ein Stück inszeniere, habe eine lange Tradition an der Zündorfer Schule, so Ernst. Sie selbst ist schon länger dabei. Gestartet worden sei das Theaterspielen einst von ihrem Kollegen Herrn Deylitz, sagt sie.
Dabei sind die Schüler*innen auch immer für das Bühnenbild und das weitere Notwendige für eine solche Aufführung an drei Abenden zuständig. Die schuleigene Veranstaltungs-AG sorgt für Ton- und Bildeinspielungen. So erklingt etwa Pink Floyds „Money“ gleich zu Beginn. Auch die Maske übernehmen Schüler*innen. Das Bühnenbild gestaltet der Kurs mit Frieder Schumacher, einem weiteren ehemaligen Lehrer der Schule.
Schon im Herbst zuvor werde das Stück ausgewählt, berichtet Sabine Ernst. Daran gearbeitet werde ab Sommer. Zunächst mit theaterpädagogischen Übungen. Dann folgten das Einteilen von Rollen und das Proben des Stücks. Beim „Jedermann“ nach Hugo von Hofmannsthal kam zudem das Anpassen des Stücks für die Neuzeit hinzu.
„Wir haben auch das Ende umgestaltet“, so Lehrerin Ernst. Dieses käme nicht mehr so „frömmerlich“ daher, sagt sie. Aus dem Wort „Glauben“ habe man das Gewissen gemacht. Im Original richtet sich der Jedermann dem Christentum zu und steigt als Bekehrter ins Grab. Auch in der Zündorfer Neuinterpretation heißt es gleich zu Beginn: „Unsere Taten und Werke auf Erden sind vergänglich.“

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