Die Kirche habe durchaus eine bewegte Geschichte, findet Erwin Bäuml, Vorsitzender des Ortsrings Eil. Für das jüngste Projekt des Ortsrings haben sich die Aktiven näher mit der Historie des Gotteshauses St. Michael an der Ecke Frankfurter Straße und Bergerstraße beschäftigt.
1903, nur ein Jahr nach der Grundsteinlegung, gab es schwere Sturmschäden am Rohbau. 1945 zogen Bomben die Kirche in Mitleidenschaft. 1971 verursachte ein Brand Schäden an Turm und Uhr. 2019 musste St. Michael in ihrer Standfestigkeit gesichert werden. Grund waren Absackungen im Boden.

All diese und ein paar weitere Zeitmarker können Interessierte nun direkt an der Kirche ablesen – links des Haupteingangs. Hier hat der Ortsring in Abstimmung mit Kirchenvorstand und Förderverein der Kirche eine gut sichtbare Bronzetafel mit Inschrift angebracht. Bei einer Städtereise ins rheinland-pfälzische Alzey habe er viele solcher Tafeln gesehen, erzählt Bäuml. Zurück in Eil habe er sich gefragt, wo es denn an St. Michael eine solche gebe. „Ich bin dann ein bisschen wie Wickie und die starken Männer. Ich habe eine Idee und die möchte ich umsetzen“, scherzt der Vorsitzende.

Sein Ortsring hat für die Finanzierung der Tafel Gelder des Programms „Heimatscheck“ des Landes NRW beantragt und bewilligt bekommen. Die Tafel selbst wurde nahe Trier gegossen. Angebracht wurde sie von einem Fachunternehmen. Sie sei so fest installiert, dass beim Versuch der Entfernung der halbe Turm fehlen würde, so Erwin Bäuml. Die Geschichte seines Ortsrings sei mit der Kirche mehrfach verknüpft, sagt er. 2012 habe man bereits die weiter aktive Außenbeleuchtung mit initiiert, erzählt Bäuml. Der Ortsring habe eben auch Heimatpflege zur Aufgabe. Und dazu gehöre auch die Kirche. Beim Versuch, die Turmuhr wieder zu reaktivieren, habe man allerdings passen müssen. Entgegen anderer Vermutungen habe eine Prüfung ergeben, dass auch kein Uhrwerk mehr verbaut sei. Die Reparatur übersteigt daher auch die Möglichkeiten des Ortsrings.