StartLokalesWahn/WahnheideZur Gründungszeit war einiges im Aufbruch

Zur Gründungszeit war einiges im Aufbruch

Der Bürgerverein „Wahn – Wahnheide – Lind“ feiert in diesem Jahr sein 65. Jahr des Bestehens – im Wahner Aegigium fand nun eine Festveranstaltung statt

Wahn / Wahnheide / Lind – Als Soldat sei er 1961 nach Wahnheide gekommen, erzählt Rolf Reitler. Ende des Vorjahres gründete sich jener Bürgerverein, dem er 1974 beitrat. Bis heute ist Reitler Mitglied im Bürgerverein „Wahn – Wahnheide – Lind“. Und so auch mit dabei bei den Feierlichkeiten zum 65. Jahr des Bestehens im Wahner Aegidium.

Der aktuelle Vorsitzende Nils Beuthert wirft dabei in seiner Ansprache auch einen Blick in die Historie. „65 Jahre. Das sind viele Generationen. Ich bin 28 Jahre alt und war bei vielen Projekten gar nicht dabei. Nicht einmal geboren.“

Vor dreißig Jahren etwa gründete sich aus dem Verein heraus der Förderkreis Scheuermühlenteich. Damals hätten sich Engagierte nicht damit abfinden wollen, dass die Stadt sich nicht mehr um das Areal kümmern wollte, so Beuthert. Nicht aus Romantikgründen, sondern aus klarer Haltung hätten sie die Betreuung übernommen. Bis heute ist das so. Bald stehen etwa wieder Baumschnittarbeiten an, die der Bürgerverein beauftragt.

Langjähriger Einsatz, von dem Menschen heute weiter profitieren würden, so der Vorsitzende. Der Spielplatz am Senkelsgraben in Wahnheide, der Linder Dorfplatz. An allen Orten hat sich der Bürgerverein über die Jahre engagiert. Hinzu kommen regelmäßige Aktionen zur Grünpflege und zum Müllsammeln.

Bürgervereine seien nicht immer bequem für Politik und Verwaltung, so Nils Beuthert, der selbst politische aktiv ist. Wichtig sei aber ein respektvoller Austausch. „In zwanzig oder dreißig Jahren soll keiner sagen können, wir hätten aufgehört uns zu engagieren.“

Bürgervereine stärkten den gesellschaftlichen Zusammenhalt, findet auch Bezirksbürgermeister Lutz Tempel. Als sich der Bürgerverein „Wahn – Wahnheide – Lind“ im Dezember 1960 gründete, hervorgegangen auch aus der „Wirtschaftlichen Vereinigung für Wahn und Umgebung“, die ein Wahner Mediziner zehn Jahre zuvor auf den Weg brachte, sei vieles vor Ort im Aufbruch gewesen, so Tempel. Neue Siedlungen seien entstanden.

Der Wahnheider Scheuermühlenteich hatte zuvor noch Sprungtürme zum Schwimmen, wie Rolf Reitler weiß. Die passenden Fotos zum Beweis hat er über die Jahre zusammengetragen. Sein Weg in den Bürgerverein sei 1974 ein besonderer gewesen. Der spätere Vorsitzende, nach dem heute in Wahnheide eine Straße benannt ist, habe ihn überzeugt. Damals sei Reinhold Sonnek Leiter der Kreissparkasse in Wahnheide gewesen. Bei einem Banktermin habe Sonnek ihn gleich auch noch gefragt, ob er nicht Mitglied werden wolle, erinnert sich Rolf Reitler. (Lars Göllnitz – der Autor bei Instagram: @enqoozee)

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