StartBildungBeruf & AusbildungDie direkte Chance auf einen Ausbildungsplatz

Die direkte Chance auf einen Ausbildungsplatz

Die Grundtugenden, wie schwindelfrei zu sein, gehörten natürlich schon dazu, erklärt Thorsten Wickum. Auch er selbst arbeite noch nicht so lange im Beruf des Dachdeckers, so der Meister im Eiler Unternehmen Ragas. Mit Mitte 40 sei er noch mal in die Ausbildung gegangen – nach zuvor langjähriger Tätigkeit in einem sozialen Beruf.

Jetzt kümmert er sich um den Berufsfindungskurs namens „Berufschance“, den der Verein Eigenart an der Zündorfer Johann-Amos-Comenius-Schule durchführt. Eigentlich ein in der Schule von Expert*innen aus der Praxis durchgeführter Kurs im Bereich der Wahlpflichtfächer, wie Eigenart-Geschäftsführer Stephan Schwarzer erzählt. Seit Oktober 2025 finde der Kurs nun erstmals vor Ort im Betrieb statt. Elf Schüler sind so zu fünf geblockten Tagen vor Ort. Begleitet von Lehrer Frank Drüke, der einen großen Mehrwert für seine Schüler darin sieht. „Wir müssen raus aus der Schule“, so Drüke. Die Produktorientierung sei wichtig. Neben dem Praktischen würde zudem die Teamfähigkeit geschult. Die Neuntklässler arbeiten mit echten Werkzeugen an tatsächlichen Werkstücken. Werden dabei vom Unternehmen Ragas mit Equipment, unter anderem Sicherheitsschuhen, ausgestattet. Thorsten Wickum leitet sie an. Etwa beim Zusägen von Sparren, die für ein kleines Modelldach angepasst und angebracht werden.

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Die Zündorfer Schüler arbeiten vor Ort mit echten Geräten und an tatsächlichen Werkstücken.

Danach werde das kleine Modell auf ein großes übertragen, so Wickum. Ziel sei es, dass über den Kurs vielleicht ein paar interessierte und talentierte Schüler ein Praktikum im Unternehmen machten. Sogar die Chance auf einen Ausbildungsplatz gebe es, so Stephan Schwarzer. Aktuell gebe es am Eiler Standort vom Unternehmen Ragas, das zur in Berlin ansässigen Builtech Gruppe gehört, einen Auszubildenden, berichtet Wickum. Das solle sich ändern. Die Aufgaben bei Ragas seien modern und spezialisiert. So arbeitet das Unternehmen oftmals an Hochhäusern. Zu den aktuellen Projekten gehörten die Kölner Flora, das Hansa-Gymnasium in der Innenstadt oder auch der Olivandenhof nahe Neumarkt, erzählt der Meister. Auch das Umsetzen von Gründächern mit Solarintegration oder auch Photovoltaikanlagen gehöre zu den Arbeitsbereichen.

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Der Satz des Pythagoras in der Praxis, so Lehrer Frank Drüke. Auch das Skizzen-Zeichnen zu den Holz-Sparren gehört zum Kurs.

Er selbst habe einen neuen Impuls im Leben gebraucht, so Thorsten Wickum. Daher die neue Ausbildung mitsamt Meistertitel. Beim Kurs habe er viel freie Hand beim Gestalten. Es gehe ja auch darum, den Nachwuchs selbst heranzuführen an das Berufsbild. Und auch wenn ein Schüler feststelle, wie im ersten Termin geschehen, dass ein anderes Wahlpflichtfach dann doch besser zu ihm passe, sei das natürlich okay.

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