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Erlebte Geschichten aus Porz zum Anhören

Eines von sechs Kindern sei sie gewesen, damals mit zwei Jahren auf dem Arm ihrer Mutter aus Breslau geflüchtet und letztlich in Porz gelandet, erzählt Bärbel Weides. „Das hier ist meine längste Station. Porz ist also so etwas, wie Heimat“, sagt die zweifache Mutter. Das Playback- und Improvisations-Theater Lamäng greift Weides´ Erzählungen auf. Macht daraus szenische Spielmomente und schafft so eine bildliche Darstellung dessen, was Grund des Zusammenkommens im Rathaussaal ist.

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Das Theater Lamäng hat bei der Eröffnungsveranstaltung ausgewählte Geschichten per Improvisationstheater aufgeführt. Foto: Göllnitz

Die öffentliche Präsentation des Projekts „Porz erzählt“, das die Porzer Stadtteilbibliothek um Leiterin Yvonne Fischer und Team in den vergangenen Wochen umgesetzt hat. Zusammen mit Unterstützenden wie der Volkshochschule, den Porzer Netzwerken oder auch dem Büro Porz-Mitte und seinem Verfügungsfonds für Projekte in Porz-Mitte.
Dabei trägt „Porz erzählt“ Geschichten, Erinnerungen und Erzählungen zum Stadtteil zusammen. Aufgenommen als Audiodatei und ab sofort abrufbar in der Stadtteilbibliothek. Und das per besonderem und niederschwelligem Ansatz, wie Fischer berichtet.
So wurden die Dateien auf sogenannte, und vor allem auch bei Kindern beliebte, „Tonie“-Figuren aufgespielt. Diese sind kleine physische Figuren, die aufgestellt auf die dazugehörige Abspielbox, die Datei abspielen. So, wie früher Kassetten oder CDs, so Fischer.
Die Figuren seien leicht zu bedienen und können in der Bibliothek kostenfrei und ohne Mitgliedschaft angehört werden. So auch Bärbel Weides Erzählungen. Insgesamt fünfzehn Personen, darunter auch der Autor dieses Textes, Lars Göllnitz, Bürgeramtsleiter Guido Motter und zudem einige weitere Akteure aus dem Stadtbezirk, sind dabei. Ihre „Tonie“-Figuren stehen anhörbereit in einer Vitrine im Erdgeschoss der Bücherei.
„Sie alle verbindet Porz-Mitte als Wohn- oder Wirkungsort. Es gibt eine große Vielfalt an Geschichten. Unser Ziel ist es, diese abzubilden“, so Yvonne Fischer, die von einem ähnlichen Projekt in der Neubrücker Stadtteilbibliothek hörte und es adaptierte. Über persönliche Kontakte und Netzwerke seien die ersten fünfzehn Mitmachenden angesprochen worden. „Menschen mit einer Altersspanne von etwa 20 bis 80 Jahren“, erzählt Fischer.

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Ab sofort stehen die eigens bespielten „Tonie“-Figuren zum Anhören in der Bücherei bereit. Foto: Göllnitz

Philipp Neuhaus, der die allermeisten der Erzählenden und ihre Worte aufgezeichnet hat, hat schon versprochen, das Projekt auch zukünftig mit vier Aufnahmeterminen im Jahr weiter fortzusetzen. „Es wäre schade, wenn es nicht weitergeht“, sagt er. Ihm persönlich habe das Aufnehmen große Freude gemacht. „Ich habe viele Menschen getroffen und Geschichten gehört, die ich nicht kannte.“

Interessierte, die ebenfalls eine Erzählung beisteuern wollen, können sich melden. Für noch mehr erlebte Porzer Geschichten, wie Yvonne Fischer es nennt. Sie möchte das Projekt nun auch auf den ganzen Stadtbezirk Porz ausweiten: porz@stbib-koeln.de

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