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Ein Ort zum Brückenbauen

Bei all den Spannungen in der Welt sei es geradezu beglückend zu sehen, dass sich beim Festival Menschen aus drei Ländern gut verstünden und austauschten, so Michel Payen. Der ehemalige Musikjournalist und Moderator aus Frankreich ist auch in diesem Jahr wieder Vorsitzender der Jury beim Gesangswettbewerb der jungen Talente beim inzwischen 33. Rock- und Chansonfestival der Kulturgesellschaft Polonica.

In seiner Rolle als Vorsitzender verkündet er, nachdem jeweils zwei junge Musiker*innen aus Frankreich, Polen und Deutschland aufgetreten sind, wer für die sechs Musikexpert*innen der Jury auf den Plätzen eins und zwei landet.

Gewinner von Geldpreis und temporärer Besitzer der Statuette ist demnach Emil Bach aus Deutschland. Dieser ist als Letzter der sechs Interpret*innen auf die Bühne gekommen. Sich selbst am Flügel begleitend hat er eine Mischung aus humorvoll-ausgefeilten Texten mit Wendungen und Pointen, Musikkabarett und Anleihen an den Gesang der 1920er Jahre präsentiert. Etwa in dem Stück, in dem er von der Liebe zu seiner Physiklehrerin erzählt. Sie habe immer nur gegeben, nämlich Noten, und nie genommen, schwärmt der Liedermacher, der 2026 mit seinem Programm „Emil und die Genitive“ in Deutschland unterwegs ist.

Bei seinem Auftritt merkt er charmant in Richtung Jury an, dass er gar nicht gewinnen müsse. Hinter der Bühne habe er bereits gegen die anderen „Stadt, Land, Fluß“ gespielt und haushoch gewonnen. „Damit habe ich fast einen internationalen Konflikt ausgelöst“ scherzt er.

Platz zwei des Jury-Preises sichert sich Margot Aknine, die als AKM Musik macht. Sie bringt Keyboard, Laptop und reichlich Tanzenergie mit auf die Bühne. Ihre Songs klingen poppig ausgereift, mit elektronischen Elementen. Für AKM wird der erste Abend des Festivals zum Doppelerfolg. Sie überzeugt auch die Zuschauenden im Saal und gewinnt den per Stimmzettel ermittelten Publikumspreis.

Neben Bach und AKM stehen zudem noch Wiktoria Wojtas aus Polen, die kurzfristig eingesprungen ist, ihr Landsmann Mateusz Wróblewicz, Lia L. Shoshann aus Deutschland, zudem Vincent Dutaud auf der Bühne. Letzterer teilt sich die Akustikgitarre mit Shoshann und kommt ebenfalls wie AKM auch aus Bordeaux.

Den Abschluss des ersten Festivalabends bildet der in Polen etablierte Sänger, Komponist und Gitarrist Andrzej Sikorowski, der begleitet von einem zweiten Gitarristen einige Stücke im Gepäck hat, die den Saal zum Mitsingen animieren.

Am zweiten Abend des Festivals im Rathaussaal in Porz-Mitte bekommt das Publikum weitere etablierte Musiker*innen zu sehen. Die Ehrenamtlichen von Polonica haben dazu die Bands A-Zgraya und Zakopower aus Polen, zudem das Musiker-Duo „Céline & Clara“ und die deutsche A capella-Band Unduzo nach Porz geholt.

Das Festival sei ein Ort der Begegnungen und Freundschaften, sagt auch Kölns neue Bürgermeisterin Brigitta von Bülow von der Bühne aus. Es sei besonders und ein symbolischer Ort zum Brückenbauen. (Lars Göllnitz – der Autor bei Instagram: @enqoozee)

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