StartRegionalDie Geschichte hinter dem weißen Haus an der A4

Die Geschichte hinter dem weißen Haus an der A4

Eine Gruppe der Bürgervereinigung Ensen-Westhoven hat eine vielfach bebilderte Infoschau zur Westhovener Aue und ihrer Geschichte vorgestellt

Westhoven – "Das ist eine ganz interessante Sache. Das weiß auch keiner." Jörg Pfennig steht in einem der Räume des Bürgerzentrums Engelshof und richtet das Wort an die Zuhörenden. Neben ihm eine der großformatigen Tafeln, die eine Gruppe Aktiver der Bürgervereinigung Ensen-Westhoven erarbeitet haben.

Aus ganz verschiedenen Winkeln richten die Tafeln einen Blick auf das nahe Naturschutzgebiet Westhovener Aue. Ein Ort mit viel Historie, die Pfennig zusammen mit Thomas Verbeek, Grigori Lonikov und Dr. Martin Sicken zusammengetragen, aufbereitet und vor allem mit reichlich Fotos aus dem umfangreichen Archiv der Bürgervereinigung angereichert hat.

Eines dieser Fotos zeigt jene interessante Sache: Das helle, mehrstöckige Haus direkt inmitten der Abfahrt der A4 gelegen. Pfennig klärt auf: 1914 sollte auf Dekret des Kaisers hin ein Krankenhaus an jener Stelle gebaut werden. Die A4 mit Rodenkirchener Brücke gab es damals noch nicht. Sie folgte als Verbindung des Autobahnkreuzes Süd mit der existierenden Autobahn Duisburg – Frankfurt, heute die A3, erst um 1941. Die Abfahrt erst 1965.

Doch aus dem Bau des Krankenhauses wurde nichts, erzählt Jörg Pfennig. Der Erste Weltkrieg folgte, Geld fehlte und nur dieses Haus, das damalige Hausmeisterhaus, wurde fertiggestellt. Heute steht es an jener besonderen Stelle und hat auch eine Hausnummer: "Kölner Straße 501", weiß Pfennig zu berichten.

Viel Arbeit habe man in die Zusammenstellung der Ausstellung gesteckt, erzählt Grigori Lonikov. An zwei Tagen wurde sie nun im Engelshof gezeigt. Jedoch hofften die Beteiligten, die mobile Schau auch in Schulen in den Stadtteilen Ensen und Westhoven bringen zu können, so Thomas Verbeek.

Heute erinnert vor Ort wenig an die vielseitige Entwicklung des Areals Westhovener Aue. So waren die dortigen Teiche einst Kiesgruben mit eigens gebauter Schienenverbindung bis zur auch heute noch als Stadtbahn existierenden Trasse an der Berliner Straße. Die Gleise führten weiter zum Rhein-Hafen.

Später wurde das Gelände vor allem militärisch genutzt. Von der Wehrmacht, die Teile als Bauernlehranstalt tarnte, später von den Belgiern, die Infrastruktur, wie etwa eine Brücke, schufen. Lange Zeit war so der Leinpfad am Rhein nicht öffentlich nutzbar. Das änderte sich erst 1985 mit großem Zuspruch aus der Bevölkerung und zur zeitlich begrenzten Befahrbarkeit. Auch das zeigt die Ausstellung der Bürgervereinigung. (Lars Göllnitz – der Autor bei Facebook: @lgenqoozee

)

News

- Anzeige -
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner