Anstrengend, aber es hat sich gelohnt

Vinuar Nassir, Georgiana Brancoveonu und Luke Chiuriri leben alle erst wenige Jahre in Deutschland - und arbeiten nach ihrer Ausbildung am Krankenhaus Porz dort nun in der Pflege

„Am Anfang dachte ich: Wie soll ich das schaffen? Erst übersetzen, dann verstehen und dann lernen.“ Das Pensum für Georgiana Brancoveonu war groß. Wie auch Vinuar Nassir und Luke Chiuriri hat sie eine dreijährige Ausbildung an der Porzer Krankenpflegeschule absolviert.

Und das unter besonderen Voraussetzung: Als Georgiana Brancoveonu startete, lebte sie gerade einmal drei Jahre in Deutschland. Hinzu kam Corona. „Wir haben die Gesichter unser Mitauszubildenden erst nach zwei Jahren so richtig gesehen – ohne Maske“, erinnert sich Vinuar Nassir. Sie kam vor inzwischen sechs Jahren aus dem Irak nach Deutschland. Georgiana Brancoveonu stammt aus Rumänien. Luke Chiuriri ist gebürtig aus Simbabwe, lebt vier Jahre in Deutschland.Sie alle drei haben sich für die Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann entschieden. Und sie alle drei arbeiten nun nach Einser- und Zweier-Abschluss im Porzer Krankenhaus. „Wir sind sehr stolz, dass sie bei uns sind“, freut sich Pflegedirektorin Andrea Hopmann. „Sie alle drei können stolz über das Erreichte sein.“

„Wir alle wollten und mussten die gleiche Leistung bringen bei der Ausbildung wie die anderen“, erzählt Luke Chiuriri. „Wir hatten keine extra zehn Minuten bei Klausuren, weil wir die Sprache nicht konnten.“ Alle drei schwärmen von ihrer Ausbildung. Sehr umfangreich ausgebildet seien sie. Die Lehrenden hätten ihnen immer zur Seite gestanden. Und würden es auch heute noch tun, da alle drei im Beruf tätig sind. Die deutsche Sprache ist für alle heute kein Problem mehr. „Es gab viel Stoff zu lernen, viele Klausuren. Aber es geht ja auch um die Gesundheit von Menschen. Damit darf man nicht spielen“, so Georgiana Brancoveonu. „Jeder Patient ist anders. Man muss sich immer wieder darauf einstellen“, findet auch Vinuar Nassir. Sie und Georgiana Brancoveonu arbeiten nun in der Gefäßchirurgie. Luke Chiuriri hat sich die Kardiologie ausgesucht. „Ich mag es sehr, dass die Menschen nach der Therapie wieder selbst nach Hause gehen können“, sagt er. Dabei habe er nie gedacht, dass er den Beruf einmal ergreifen würde. „Ich wollte eigentlich Jura studieren und Menschen helfen“, so Chiuriri. Nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr an einer Klinik in Solingen entschied er sich um. Dabei sei der Weg nicht immer einfach gewesen: Viel Geld und Zeit habe er für Visum, Aufenthaltstitel und Arbeitsgenehmigung investiert. „Es war ein Kampf“, sagt er. Und auch im Beruf gebe es heute anstrengende Tage, an denen man denke, es geht nicht mehr. Dennoch habe er es nicht bereut. Wie alle drei. „Es war anstrengend, aber es hat sich gelohnt“, so Chiuriri, Brancoveonu und Nassir. In Georgiana Brancoveonu habe er eine beste Freundin gefunden, erzählt Chiuriri. Und im Beruf wolle er immer die beste Versorgung für die Erkrankten bieten. „Es sind Patienten, aber für andere ist es der Vater, die Mutter oder die Tante.“

Mit der fertigen Ausbildung soll der berufliche Weg für die drei nicht abgeschlossen sein: „Alles der Reihe nach“, so Brancoveonu. Vinuar Nassir möchte sich zur Wundexpertin weiterbilden. Georgiana Brancoveonu und Luke Chiuriri möchte Praxisanleitende werden. Jene Stationskräfte, die Schüler*innen der Pflegeschule beim Praxiseinsatz beratend zur Seite stehen.

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